25 Jahre blühendes Thüringen: Eine Erfolgsgeschichte der Landesgartenschauen
Erfurt.- Thüringen feiert 25 Jahre Landesgartenschauen – und stellt zugleich die Zeichen klar auf Zukunft. Zum Jubiläum hat Ministerpräsident Mario Voigt die Schirmherrschaft für die kommende Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026 übernommen. Gleichzeitig rücken die nächsten Projekte in greifbare Nähe: Die Landesgartenschauen Orlaregion (2030) und Altenburg (2032) stehen bereits in den Startlöchern, und Staatssekretär Malsch hat zudem eine weitere Landesgartenschau für das Jahr 2036 angekündigt. Der Austragungsort wird noch ausgeschrieben.
Foto (FGL): BUGA 2021 ErfurtEin Erfolgsmodell mit Langzeitwirkung
Seit einem Vierteljahrhundert verwandeln Landesgartenschauen (LGS) und Bundesgartenschauen (BUGA) Thüringens Städte und Regionen in blühende Oasen. Sie sind weit mehr als nur Temporäre Blumenschauen – sie sind kraftvolle Motoren für nachhaltige Stadtentwicklung mit grüner Infrastruktur und Tourismus sowie Steigerung der Lebensqualität der Menschen vor Ort. Ehemalige Industrie- und Brachflächen wurden zu Parks, Freiräumen und Naherholungsgebieten umgestaltet, neue Grünzüge verbinden Quartiere, und ganze Städte haben ein neues, grünes Profil erhalten.
Die Wurzeln des Erfolgs: Die IGA 1961 in der Landeshauptstadt Erfurt
Auch wenn das moderne LGS-Konzept jünger ist, hat Thüringen eine lange Tradition als „grünes Herz Deutschlands“, ein Meilenstein war die Internationale Gartenausstellung (IGA) 1961 in Erfurt. Auf dem heutigen egapark-Gelände präsentierte sich die Blumenstadt Erfurt als Zentrum des Gartenbaus. Die IGA war ein riesiger Erfolg und legte den Grundstein für den Ruf Erfurts als Gartenstadt, der Jahrzehnte später mit der BUGA 2021 eindrucksvoll erneuert wurde.
Ein Rückblick: Alle bisherigen Gartenschauen in Thüringen
Thüringen hat eine beeindruckende Liste von erfolgreichen Gartenschauen vorzuweisen, die brachliegende Flächen in lebendige Parks und Erholungsorte verwandelt haben.
• 1. LGS 2000 in Pößneck:
Den Anfang machte Pößneck und bewies eindrucksvoll, wie eine LGS zur Wiederbelebung von Industrieflächen beitragen kann.
Die erste Thüringer LGS diente der Revitalisierung alter Industrieflächen und schuf neue Grünverbindungen in der Stadt.
- Besucher: ca. 465.000
- Investitionen: ca. 16,5 Mio. Euro
- Nachhaltiger Effekt: Umwandlung einer Industriebrache in den heutigen beliebten Viehmarkt und die Anlage des Lutschenpark, was zu einer deutlichen Aufwertung des Stadtbildes führte.
• 2. LGS 2024 in Nordhausen:
Das Motto „Die neue Mitte“ verband die Gartenschau mit der Altstadt sowie die neuen Grünflächen und schuf nachhaltige Erholungsräume.
Hier stand die städtebauliche Reparatur im Fokus, indem innerstädtische Brachflächen zu neuen Parkanlagen umgestaltet wurden.
- Besucher: ca. 480.000
- Fläche: 13 Hektar
- Nachhaltiger Effekt: Schaffung des Petersberg-Park und des Bürgerparks auf ehemaligen Bahnanlagen, was die Lebensqualität im Stadtzentrum erheblich verbesserte.
• BUGA 2007 in Gera und Ronneburg:
Ein gewaltiges Projekt der Landschaftsumgestaltung!
Wo einst der Uranerzbergbau tiefe Wunden hinterließ, entstand die „Neue Landschaft Ronneburg“, ein einzigartiges Naherholungsgebiet. Gera blühte mit dem neugestalteten Hofwiesenpark auf.
Die BUGA war eine Transformationsprojekt von außergewöhnlichem Ausmaß, das sich der Sanierung der Bergbau-Landschaft widmete.
- Besucher: 1,48 Millionen
- Investitionen: ca. 60 Mio. Euro für die Durchführung, ergänzend durch Hunderte Millionen Euro für die Landschaftssanierung durch die Wismut GmbH.
- Nachhaltiger Effekt: Die „Neue Landschaft Ronneburg“ wurde von einer Mondlandschaft in ein blühendes Naherholungsgebiet verwandelt. Der Hofwiesenpark wurde modernisiert und ist heute ein zentraler Veranstaltungsort.
• 3. LGS 2015 in Schmalkalden:
Die „Gartenschau über den Dächern der Stadt“ verband historische Altstadt mit modernen Parkanlagen und schuf neue, attraktive Verbindungen für Bürger und Touristen.
Die GartenZeitReise verband auf einzigartige Weise historisches Erbe mit moderner Landschaftsarchitektur.
- Besucher 427.000 (Erwartung: 300.000)
- Fläche 17 Hektar Kernzone
- Nachhaltiger Effekt: Die Sanierung der historischen Terrassengärten von Schloss Wilhemsburg und die Schaffung des Westend- und Stadtparks entlang der Schmalkalde haben die Stadt touristisch erheblich aufgewertet.
• 4. LGS 2017 in Apolda:
Apolda nutzte die Gartenschau, um die Herressener Promenade zu einem blühenden Bürgerpark weiterzuentwickeln und die Innenstadt grüner zu gestalten.
Unter dem Motto „Blütenzeit Apolda“ wurden in der ehemaligen Textilstadt Apolda neue Grün- und Erholungsräume geschaffen.
- Besucher: 420.000
- Investitionen: ca. 16,3 Mio. Euro
- Nachhaltiger Effekt: Entstehung der Herressener Promenade als dauerhafter Park, der die Wohn- und Lebensqualität steigert und das Stadtklima positiv beeinflusst.
• BUGA 20221 in Erfurt:
Ein Heimspiel für die Blumenstadt!
Mit dem Petersberg als neuem Highlight und einem runderneuerten egapark zog die BUGA trotz der Herausforderungen durch die Pandemie zahlreiche Besucher an und festigte Erfurts Ruf als Garten-Metropole.
Die jüngste Bundesgartenschau kehrte zu den Wurzeln des Thüringer Gartenbaus zurück und verband zwei historische Orte.
- Besucher: ca. 1,5 Millionen
- Investitionen: ca. 190 Mio. Euro
- Fläche: 43 Hektar, aufgeteilt auf egapark und die Zitadelle Petersberg
- Nachhaltiger Effekt: fast alle der für die BUGA geschaffenen Anlagen bleiben dauerhaft erhalten. Der egapark wurde umfassend modernisiert und der Petersberg als historisches Juwel im Herzen der Stadt für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar gemacht.
Ausblick: Die Zukunft der Gartenschauen in Thüringen
Thüringen setzt weiterhin konsequent auf das Instrument der Landesgartenschau, um die Entwicklung ländlicher und urbaner Räume voranzutreiben. Folgende Projekte sind bereits terminiert. Die Übernahme der Schirmherrschaft durch Ministerpräsident Mario Voigt zum Jubiläum unterstreicht die politische und gesellschaftliche Bedeutung dieses Instruments für die Zukunft Thüringens.
Nächste Station: Landesgartenschau Leinefelde-Worbis
Ursprünglich für 2024 geplant, wurde das Projekt aufgrund archäologischer Funde verschoben. Hier steht die Transformation einer ehemaligen Industrie- und Grenzregion im Fokus. Mit der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis wird ein weiterer wichtiger Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung umgesetzt. Besonders im Fokus stehen dort:
- die Umnutzung und Aufwertung bestehender Flächen
- klimaresiliente Freiräume und moderne Grünanlagen
- eine stärkere Vernetzung von Stadt, Landschaft und Region
Die Gartenschau wird nicht nur ein temporäres Ereignis sein, sondern vor allem langfristige, dauerhafte Strukturen für die Bürgerinnen und Bürger schaffen.
Orlaregion 2030: Regionen im Aufbruch
Hier soll ein interkommunales Konzept umgesetzt werden, das eine ganze Region stärkt.
Mit den bereits terminierten Landesgartenschauen in der Orlaregion (2030) und in Altenburg (2032) setzt Thüringen seine Strategie fort, gezielt Regionen zu stärken und Entwicklungsimpulse zu setzen.
Altenburg 2032:
Die Skatstadt wird ihr historisches Erbe, insbesondere rund um das Schlossareal, aufwerten.
In beiden Räumen bieten Landesgartenschauen die Chance,
- Innenstadt- und Uferbereiche aufzuwerten,
- Erholungsräume neu zu gestalten,
- Kultur, Geschichte und Landschaft zeitgemäß erlebbar zu machen
- und die regionale Zusammenarbeit zu intensivieren.
Die langfristige Planbarkeit bis 2032 verschafft Kommunen, Planern und Verbänden die nötige Sicherheit, um Projekte mit hoher Qualität und Nachhaltigkeit vorzubereiten.
Blick nach vorn: Landesgartenschau 2036 angekündigt
Mit der angekündigten Landesgartenschau 2036, die von Staatssekretär Malsch in Aussicht gestellt wurde, setzt das Land ein deutliches Signal: Die Erfolgsgeschichte der Gartenschauen soll systematisch fortgeschrieben werden. Der Austragungsort steht noch nicht fest. Klar ist aber bereits jetzt:
- Kommunen erhalten die Chance, sich mit zukunftsweisenden Konzepten zu bewerben.
- Themen wie Klimaanpassung, Biodiversität, nachhaltige Mobilität und lebenswerte Innenstädte werden weiter an Bedeutung gewinnen.
- Landesgartenschauen bleiben ein strategisches Werkzeug, um öffentliche Räume fit für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu machen.
Landesgartenschauen als Gemeinschaftsaufgabe
Die positive Bilanz der vergangenen 25 Jahre ist das Ergebnis der Zusammenarbeit vieler Akteure: Kommunen, Land, Verbände, Planungsbüros, Unternehmen und zahlreiche Engagierte vor Ort. Dieses Netzwerk soll auch für die kommenden Gartenschauen getragen und weiter gestärkt werden.
Die Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen und die beteiligten grünen Verbände sehen in den kommenden Projekten – von Leinefelde-Worbis über die Orlaregion und Altenburg bis hin zur Landesgartenschau 2036 – eine große Chance, Thüringen als grünes, lebenswertes und zukunftsfähiges Land weiter zu profilieren.
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