Landesgartenschau Leinefelde-Worbis feierlich eröffnet - FGL unterstreicht Rolle der grünen Fachverbände als Entwicklungspartner
Leinefelde-Worbis / Fulda, 25. April 2026 – Mit einer feierlichen Veranstaltung am Samstag, 25. April 2026, ist die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis offiziell eröffnet worden. Mehrere tausend Besucherinnen und Besucher sowie zahlreiche Gäste aus Landes und Kommunalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft erlebten einen Auftakt, der die Landesgartenschau als Gemeinschaftsprojekt für Stadtentwicklung, Lebensqualität und nachhaltige Freiraumgestaltung sichtbar machte.
FGL-Präsident Karsten Hain überreicht Ministerpräsident Mario Voigt auf der LGS einen Baumgutschein zum Tag des Baumes (v.l.)Durch das Eröffnungsprogramm führte Moderator Peter Escher. Den musikalischen Auftakt gestaltete das Thüringer Polizeiorchester. Weitere Höhepunkte setzten die Artistik von Anne Scholze am Vertikalseil sowie der Auftritt von Kinderliedermacher Mathi gemeinsam mit dem inklusiven Kinder‑ und Jugendorchester Creshendo. Die Redebeiträge wurden durch eine Gebärdendolmetscherin begleitet und unterstrichen den Anspruch der Landesgartenschau auf Offenheit und Teilhabe.
Auf der Hauptbühne sprachen unter anderem Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Landrätin Marion Frant, Karsten Hain, Präsident des Fachverbands Garten‑, Landschafts‑ und Sportplatzbau Hessen‑Thüringen e. V. (FGL) und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Thüringen (LAGL) - sowie Ehrenbürger der Stadt Monsignore Bertram Vogt. In der Zusammenschau der Redebeiträge wurde deutlich, dass die Landesgartenschau in Leinefelde‑Worbis bewusst nicht als kurzfristiges Ereignis, sondern als langfristiger Entwicklungsschritt verstanden wird.
FGL: Fachliche Kompetenz wirkt über die Ausstellungszeit hinaus
Aus Sicht des FGL Hessen‑Thüringen war die Eröffnung auch ein Moment, in dem die Leistungsfähigkeit des Garten‑ und Landschaftsbaus besonders deutlich wurde. Der Verband ist auf der Landesgartenschau mit acht Schaugärten vertreten. Diese zeigen praxisnah, wie moderne Freiräume heute gestaltet werden: klimaangepasst, nachhaltig, nutzerorientiert und mit Blick auf Biodiversität und Aufenthaltsqualität. Die Schaugärten machen sichtbar, dass Garten‑ und Landschaftsbau nicht nur gestaltet, sondern aktiv an der Zukunft von Städten und Gemeinden mitwirkt.
FGL‑Präsident Karsten Hain griff diesen Gedanken in seiner Ansprache ausdrücklich auf. In Anlehnung an seine Rede sagte er, der GaLaBau verfüge über jahrzehntelanges Wissen, praktische Erfahrung und ein tiefes Verständnis für Prozesse, die weit über eine blühende Ausstellung hinausgingen. Wörtlich betonte er:
„Wir gestalten nicht nur – wir planen klimaresilient, nachhaltig und mit Blick auf die Zukunft.“
Zugleich formulierte Hain einen zentralen Qualitätsanspruch des Verbandes. Landesgartenschauen könnten ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn die grüne Fachkompetenz frühzeitig und auf Augenhöhe eingebunden werde:
„Gerade bei Projekten solchen Umfangs ist eine frühzeitige gleichberechtigte Einbindung von Fachverbänden, Branchenbetrieben und Wirtschaftspartnern äußerst wichtig, da Synergien entstehen, die den Weg für noch effizientere Abläufe und Lösungen öffnen.“
Diese Aussage war ausdrücklich nicht als rückwärtsgewandte Kritik gemeint, sondern als konstruktiver Hinweis für zukünftige Projekte. Die Eröffnung in Leinefelde‑Worbis habe eindrucksvoll gezeigt, wie groß der fachliche Beitrag der grünen Verbände tatsächlich ist – und welches zusätzliche Potenzial entsteht, wenn dieses Wissen von Beginn an systematisch eingebunden wird. Besonders prägnant brachte Hain diesen Anspruch auf den Punkt:
„Landesgartenschauen sind Entwicklungsmotoren für Stadt und Land.“
Symbolischer Höhepunkt: Baumgutschein zum Tag des Baumes
Ein besonders symbolischer Moment der Eröffnungsfeier war die Übergabe eines Baumgutscheins an Ministerpräsident Mario Voigt. Anlässlich des Tags des Baumes erklärte Karsten Hain auf der Bühne, ein einzelner Baum sei als Zeichen zu wenig. Daher überreichte er einen Gutschein für drei Bäume, die für ein soziales oder gemeinnütziges Projekt vorgesehen sind.
Mario Voigt griff diese Geste unmittelbar auf. In seiner spontanen Reaktion verband er das Pflanzen von Bäumen mit Verantwortung für kommende Generationen und kündigte an, die Bäume für Kinder aus dem Förderzentrum Leinefelde und der Tabaluga-Schule Worbis vorzusehen. Damit erhielt die symbolische Geste einen klaren sozialen und inklusiven Bezug.
Reden betonen Wandel und Gemeinschaft
Auch die weiteren Redebeiträge unterstrichen die inhaltliche Tiefe des Tages. Landrätin Marion Frant beschrieb die Landesgartenschau als Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft einander begegnen. Sie erinnerte an die frühere Nutzung des Areals, an den Wandel vom Garagenstandort hin zu einem neuen Lebensraum und verwies auf Orte wie Kirrode oder den Blumenblock, die Geschichte und Gegenwart miteinander verbinden.
Ministerpräsident Mario Voigt würdigte in seiner Rede die Entwicklung Leinefelde‑Worbis’ als gemeinschaftliche Leistung. Er sprach sinngemäß von einem „heimlichen Thüringentag“ über viele Monate hinweg und machte deutlich, dass die Landesgartenschau weit mehr sei als eine schöne Blumenlandschaft: Sie sei ein Versprechen einer Stadt an sich selbst, sich weiterzuentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren.
Zum Abschluss des Bühnenprogramms bepflanzten Mario Voigt und Marion Frant gemeinsam ein Hochbeet; Stadtbürgermeister Christian Zwingmann und LGS‑Geschäftsführer Stefan Nolte übernahmen das Angießen. Danach sprach Monsignore Bertram Vogt einen Segen über die Landesgartenschau – ein ruhiger, persönlicher Schlusspunkt der offiziellen Eröffnung.
Politischer Rundgang und zweiter Baumgutschein am GALABAU‑Treff
Im Anschluss an die feierliche Eröffnung schloss sich ein Rundgang der politischen Gäste über das Gelände der Landesgartenschau an. Als die Delegation am GALABAU‑Treff Halt machte, um die Schaugärten des FGL zu betrachten, griff der Verband den symbolischen Gedanken erneut auf:
Udo Lindenlaub, Regionalpräsident Thüringen im FGL Hessen-Thüringen, überreichte Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Colette Boos-John, einen Baumgutschein zum Tag des Baumes. Bereits am Tag zuvor hatte auch Marcus Malsch, Staatssekretär für Landwirtschaft und Ländlichen Raum im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, im Rahmen der Eröffnung der IGA-Ausstellung im Blumenblock der LGS einen Baumgutschein erhalten.
Der Moment am GALABAU‑Treff machte jedoch deutlich, wofür der FGL steht: für den Dialog mit Politik, für fachliche Präsenz vor Ort und für das Angebot, grüne Kompetenz in nachhaltige, gesellschaftlich wirksame Projekte zu übersetzen.
Fazit aus Sicht des FGL
Für den FGL Hessen‑Thüringen war die Eröffnung der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis damit mehr als ein gelungener Festakt. Sie zeigte eindrucksvoll, welchen Beitrag der Garten‑ und Landschaftsbau zur Qualität, Identität und Zukunftsfähigkeit solcher Projekte leistet. Zugleich wurde deutlich, dass Landesgartenschauen besonders stark werden, wenn die Expertise der grünen Fachverbände frühzeitig, sichtbar und partnerschaftlich eingebunden wird.
Foto 2 (FGL): Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Colette Boos-John (mitte), erhielt einen Baumgutschein von Udo Lindenlaub, FGL-Regionalpräsident Thüringen
Foto 3 (FGL): Udo Lindenlaub, FGL-Regionalpräsident Thüringen überreicht Marcus Malsch, Staatssekretär für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, im Rahmen der Eröffnung der IGA-Ausstellung im Blumenblock einen Baumgutschein zum Tag des Baumes (v.l.)
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